Artikel 3/2014 Das Demo Camp stellt die Learning Layers Tools Auszubildenden und Lehrwerkmeistern vor

Pekka Kämäräinen

Dieser Artikel ist der dritte in einer Reihe zu Co-Design und Nutzereinbindung im Learning Layers Projekt im Bausektor. Er beschreibt unsere Erfahrungen mit einer deutschsprachigem “Demo Camp”-Veranstaltung. Wir haben einige Learning Layers Tools in sehr kurzen Workshops mehreren Gruppen von Auszubildenden und Lehrwerkmeistern vorgestellt, um Feedback für die weitere Entwicklung einzuholen.

Die Demo Camp Veranstaltung und das Arrangement der Workshops

Die Demo Camp Veranstaltung wurde gleichzeitig mit dem Leaning Layers Konsortiummeeting im Bau-ABC in Röstrup organisiert. Wir stellten folgende Tools vor:

  • Die Learning Toolbox als Werkzeugkasten, um digitale Lernressourcen, Apps und Web-Inhalte zugänglich zu machen;
  • BauBildung.net als gemeinsamem Plattformsupport für sektorale Initiativen und Foren, um Lernen im Bausektor zu unterstützen;
  • Das AchSo!-Tool für Produktion und Annotation von Kurzvideos;
  • Das Bits and Pieces-Tool als Sammler und Organisierer arbeits- bzw. berufsbezogener (informeller) Lernerfahrungen.

Wir gestalteten den Raum mit vier Demonstrationsstationen in den Ecken. Alle Stationen waren mit Flipcharts bzw. Pinnwänden ausgerüstet, um Feedback zu sammeln. Bei der Vorstellung des AchSo!-Tools wurden auch Tablets benutzt, so dass jede interessierte Person eigene Videos herstellen und annotieren konnte. Die Gruppenbesuche wurden als eine Art Karussel-Workshop organisiert, so dass die Gruppen alle vier Stationen durchliefen.

DemoCamp_Overview

Auf diese Weise konnten wir Besuche von 85 Auszubildenden, 10 Lehrwerkmeistern und 5 weiteren Personen aus Bau-ABC, ABZ Mellendorf und Agentur ökologisches Bauen akkomodieren. Unten wird unsere Arbeitsweise und die Erfahrungen am Beispiel der Station “Learning Toolbox” dargestellt.

Erfahrungen mit der Station “Learning Toolbox”

Die Station mit der Learning Toolbox begann mit einer kurzen Power Point Präsentation ergänzt von einer Demoversion einer mobilen App (S. die PPT-Präsentation hier: https://docs.google.com/file/d/0B02cXf0hbQH0eVFOTlQ2R0ZvYm8).

Zuerst wurden die Kachelstrukturen, die Funktionalitäten und die Möglichkeiten für berufs- und betriebsbezogene Anpassungen vorgestellt. Mit den vorhandenen Prototypen wurde das Einlesen von QR-Codes sowie die Handhabung markierter Dokumente gezeigt.

Wir demonstrierten auch, wie existierende Textdokumente mit Hilfe von Learning Toolbox und eingebautem Scanner in interaktive Dokumente konvertiert werden können. Als Beispiel wurde die Brunnenbauer-Fibel der Firma Stüwa und eine exemplarische Prozessbeschreibung (Filterkiesbestimmung) benutzt, um eine solche Konversion durchzuführen.

DemoCamp_LTB_Carpenters

Dann stellten wir drei Fragen und sammelten die Antworten auf Pinnwänden:

  • In welchen Arbeitssituationen (und mit welchen Werkzeugen) möchten Sie die Learning Toolbox anwenden?
  • Welche Lernmaterialien bzw. Lerneinheiten wären Ihrer Meinung nach geeignet, um mit interaktiven Lerninhalten (und mit der Learning Toolbox) bearbeitet zu werden?
  • Welche Dokumente des Weissen Ordners des Bau-ABC möchten Sie mit Hilfe der Learning Toolbox digitalisieren?

Überlegungen über das Feedback

Wir bekamen relativ unterschiedliche Antworten von Gruppen, die verschiedene Gewerke repräsentieren. In einigen Gruppen waren die Lehrwerkmeister auch als aktive Teilnehmer in der Diskussion dabei. Insgesamt hat es diese Veranstaltung ermöglicht, die Learning Layers Tools einer grösseren Menge von Lehrwerkmeistern und Auszubildenden vorzustellen als jemals zuvor. Und obwohl wir diese Veranstaltung im Eiltempo durchführen mussten, gelang es uns, Feedback zu mehreren Tools gleichzeitig zu sammeln.

Wir erhielten folgende Eindrücke:

  • Die Gruppen der Zimmerer und Brunnenbauer waren besonders engagiert, die Nutzung der Learning Toolbox in ihren jeweiligen Gewerken zu diskutieren. Das hat uns besonders ermuntert, weitere Co-designaktivitäten mit diesen Berufsgruppen zu entwickeln.
  • Die Auszubildenden waren überzeugt, dass die Wissen um die Möglichkeiten solcher Tools wie der Learning Toolbox auch zu einer breiteren Akzeptanz von Smartphones beiträgt. Diese Tools werden als lernfördernd und arbeitsrelevant im Bausektor wahrgenommen.
  • Immer wenn Beispiele aus beruflichen Arbeitsprozessen präsentiert wurden wie das oben erwähnte Beispiel Filterkiesbestimmung mit den Brunnenbauern, konnten wir eine höhere Motivation und Engagement entdecken.
  • Auch die Erfahrung, dass die Anwender die Tools als benutzerfreundlich erlebten (wie z.B. in der Station von AchSo), verstärkt die Akzeptanz der Tools.

Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jahrgang 1, 3/2014

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